Kleine Chronik der Schiedsrichtergruppe Reutlingen
Die Gründung
Die Obleute
Die Ereignisse
Die Spitzenschiedsrichter
Die
Ehrenmitglieder
verstorbene Spitzenschiedsrichter
Die Gründung der Schiedsrichtergruppe Reutlingen
Am 1. August 1919 gründeten im Gasthaus "Karlsgarten" acht beherzte Männer (die Fußball-Schiedsrichter Gottlieb Gaiser, Emil Hoyler, Ernst Knecht, Kneer, Hermann Müller, Schubert, Weber und Emil Wössner) die Schiedsrichtergruppe Reutlingen, um die junge und damals noch unbedeutende Randsportart Fußball in regelgerechte Bahnen zu lenken. Im Kreis Reutlingen gab es nach dem Ersten Weltkrieg gerade einmal sieben Fußballvereine: TSV Betzingen, TG Gönningen, TuS Metzingen, VfL Pfullingen, SSV Reutlingen, TSG Reutlingen und TSV Urach.
Damit gilt die Schiedsrichtergruppe Reutlingen als eine der ältesten Schiedsrichtergruppen in Württemberg. Damals musste zudem erst noch ein regulärer Spielbetrieb organisiert werden, der bis 1920 in einer Bezirksklasse als höchste deutsche Spielklasse im Fußball statt fand. Reutlinger Schiedsrichter - zuerst Gottlieb Gaiser - schafften den Aufstieg in die dann eingeführte Gauliga und pfiffen Spiele im gesamten süddeutschen Raum. Bekannte Vereine der Gauliga waren damals: ASV Cham, FC Augsburg, Jahn Regensburg oder Ulm 46. Die bisher nur vereinzelt eingeführte Gauliga wurde 1933/1934 als höchste deutsche Liga über das gesamte Reichsgebiet flächendeckend aufgeteilt in 16 Fußballgauen eingeführt.
Die Obleute der Schiedsrichtergruppe Reutlingen
Die Vorstandschaft der Schiedsrichtergruppe Reutlingen hatten bis zum Zweiten Weltkrieg folgende Kameraden inne:
| 1919 - 1921 | Hermann Müller |
| 1921 - 1924 | Emil Wössner |
| 1924 - 1925 | Ernst Knecht |
| 1925 - 1928 | Emil Hoyler |
| 1928 - 1930 | Karl Kneer |
| 1930 - 1940 | Arno Schubert |
| 1940 - 1945 | SDF Stuttgart |
Der Zweite Weltkrieg unterbrach nach zwanzig Jahren erfolgreicher Arbeit den kontinuierlichen Aufschwung der Reutlinger Schiedsrichtergruppe. Während des Krieges ruhte der Fußballspielbetrieb, es gab nur Freundschaftsspiele. Mit dem Kriegsende 1945 begann im Reutlinger Gasthaus "Löwen" der Neubeginn der Schiedsrichtergruppe Reutlingen. Wieder war Ernst Hoyler, das Gründungsmitglied von 1919, an Bord. Er war Obmann bis 1947.
Folgende Schiedsrichterkameraden bekleiteten nach dem zweiten Weltkrieg das Amt des Obmanns der Schiedsrichtergruppe Reutlingen:
| 1945 - 1947 | Ernst Hoyler |
| 1947 - 1950 | Gottlieb Geiser |
| 1950 - 1958 | Paul Peterson |
| 1958 - 1960 | Otto Fritz |
| 1960 - 1963 | Paul Weipert |
| 1963 - 1964 | Helmut Gutschera |
| 1964 - 1978 | Willi Hoffmann |
| 1978 - 1984 | Detlef Zerner |
| 1984 - 1996 | Robert Claß |
| 1996 - heute | Klaus Rapp |
Die Ereignisse
Aus der Nachkriegszeit ist der Festschrift der SRG Ehingen zu entnehmen, dass 1947 Lehrwart Ernst Hoyler sieben Interessenten an einem Wochenende in Obermarchtal ausbildete. Jeder musste beim gleichzeitig stattfindenden Pokalturnier eine Halbzeit pfeifen und bekam vom kritischen Lehrwart die Zustimmung zum Schiedsrichter. Zur Gründung dieser SRG Ehingen kam es, weil zwei ausgebildete Schiedsrichter in der beheimateten französischen Zone (Ehingen) nicht mehr in der amerikanischen Zone (Ulm) Spiele leiten durften.
Erfolgreichste WFV-Gruppe: Nach dem Rücktritt von Paul Weipert hatte Helmut Gutschera das Amt des Obmanns übernommen. Während der Ära Hoffmann verzeichnete die Gruppe Reutlingen dann die bislang größte Dichte an Spitzenschiedsrichtern in Bundes- und Amateurligen, obwohl beim WFV zu Zeiten von Gottfried Geltenbort bis 1980 die Regelung bestand, dass ein Schiedsrichter erst nach zwei Jahren Bewährung in die nächst höhere Spielklasse aufsteigen konnte. Die Gruppe Reutlingen war damals die absolut stärkste Gruppe des Württembergischen Fußballverbandes. Wilfried Haselberger war insgesamt bei 128 Spielen der 1. und 2. Bundesliga als Schieds- und Linienrichter und bei internationalen Spielen eingesetzt und auch Willy Göhring leitete mehrere Jahre Spiele der damals von der Regionalliga in die 2. Bundesliga umbenannten zweithöchten Liga. Nach dem plötzlichen Tod des Schiedsrichterkameraden Willi Hoffmann im Jahre 1978 wurde dessen sehr erfolgreiche Arbeit von Detlef Zerner fortgesetzt.
Veränderungen: Die 12 jährige Amtszeit von Robert Claß war geprägt von vielfältigen Veränderungen. So kamen immer weniger ehemalige aktive Spieler zu den Neulingskursen, was zur Folge hatte, dass zunehmend Juniorenspieler zu Schiedsrichtern ausgebildet wurden. Um sie in angemessener Weise an ihre Aufgaben heranzuführen, wurde der "Pate" (Betreuung der ersten drei Spiele des Neulings durch einen erfahrenen Schiedsrichter) geboren. Die regelmäßig angesetzten Schiedsrichterschulungen, die im Gasthof Südbahnhof, Pfullingen, statt fanden, wurden pro Saison um zwei Jung-Schiedsrichterschulungen, im SG-Sportheim (hinter Firma Romina), ergänzt.
Im administrativen Teil kündigte sich das Zeitalter des Computers an. Waren es zu Beginn noch wenige Gruppen, die mit maschinellen Einteilungsprogrammen arbeiteten, ist es heute umgekehrt. In diesem Bereich verfügte unsere Gruppe mit Thorsten Moos über einen ausgesprochenen Könner, der eine Menge Arbeit schulterte und dem an dieser Stelle großer Dank gebührt.
Schiedsrichterinnen: Im Jahre 1990 amtierte mit Christa Erlebach erstmals eine Frau in der Landesliga. Heute dagegen pfeift Christine Beck in der Herren-Oberliga und der Frauen-Bundesliga, und steht auf der FIFA-Liste. Auch in der Schiedsrichtergruppe Reutlingen gab und gibt es immer mal wieder eine oder mehrere Schiedsrichterinnen. Zuletzt bestand die 16jährige Nicole Frank (TSV Sondelfingen) im Februar 2009 mit der maximalen Punktzahl von 60 möglichen Punkten ihre Schiedsrichterprüfung.
Schiedsrichtererhaltung: 1996 wurde Klaus Rapp zum Obmann gewählt. Bis heute gilt es, den Schiedsrichterbestand zu sichern und der Fluktuation der Jungschiedsrichter Einhalt zu gebieten. Der DFB benötigt junge Talente, und dieser Forderung wurde der Verbandsschiedsrichterausschuss unter Werner Stegmaier gerecht. Dass dies der richtige Weg war, bestätigte der Erfolg der Württembergischen Schiedsrichter in den oberen Ligen.
Zu Beginn der Saison 2004/2005 wurde das Coaching eingeführt. Dies ist ein Weg, junge Schiedsrichter außerhalb der normalen Beobachtung zu fördern und Ihre Eignung für den DFB zu erkennen. Björn Vielberth wurde als erster Reutlinger Schiedsrichter gleich in diesen Förderkader berufen. Während der Saison 2004/2005 konnte Björn seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und stieg am Saisonende über den Förderkader in die Verbandsliga und dann in die Oberliga auf, in der auch Franz Köteles (beendete 2009 sein überbezirkliches Engagement) Spiele leitete.
Immer mehr junge Schiedsrichter - zum Teil schon ab 14 Jahren - wurden ausgebildet, doch immer mehr dieser von ihren Vereinen angemeldeten Jugendlichen verließ bereits nach immer kürzerer Zeit die Zuverlässigkeit und ihr Engagement am Schiedsrichtersport. Schiedsrichtererhaltung ist daher beim Verbandsschiedsrichterausschuss zu einem der wichtigsten Aufgabengebiete geworden. Mit der Neuzusammensetzung des Ausschusses der Schiedsrichtergruppe Reutlingen im Jahre 2009 wird derzeit unter Lehrwart Heinz-Werner Zwicknagel zusammen mit Philipp Herbst, Otto Fauser und Walter Löffler ein Förderkonzept für junge, talentierte Schiedsrichter entwickelt. Dazu zählen nicht nur gezielte Betreuungen talentierter Nachwuchskräfte, sondern auch das monatliche Angebot eines Stützpunkttrainings in Pfullingen.
Die Spitzenschiedsrichter der Schiedsrichtergruppe Reutlingen
Diese (ehemaligen) Spitzenschiedsrichter waren für die Schiedsrichtergruppe Reutlingen an der Pfeife unterwegs und leiteten bis zu den folgenden Spielklassen Fußball-Begegnungen. Beim WFV gab es früher bis 1980 eine Bestimmung, dass man zuerst zwei Jahre in einer Klasse pfeifen musste, ehe man in die nächst höhere Spielklasse aufsteigen konnte. Die aktuellen überbezirklichen Unparteiischen finden Sie hier.
Bei dieser Aufstellung ist zu beachten, dass die Bezeichnungen der Ligen einem stetigen Wandel unterlagen (siehe *)Erläuterungen unten)!
| Otto Fritz (†) |
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Wilfried Haselberger
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Willy Göhring
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| Robert Claß |
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| Günter Zirpel (†) |
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| Hansjörg Weckenmann |
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| Peter Just (†) |
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| Joachim Schropp (†) |
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| Karlheinz Göhring |
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| Eduard Horwarth (†) |
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| Adam Hild (†) |
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| Eberhard Greiner |
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| Willy Kommer |
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| Rolf Märkle |
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| Helmut Renz |
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| Dieter Katolla |
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| Heinz-Werner Zwicknagel |
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| Roland Schifer |
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| Lothar Spiertz (†) |
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| Elmar Rebmann |
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| Gerhard Schmauder |
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| Selvet Filiz |
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| Klaus Rapp |
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| Uwe Klemp |
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| Franz Köteles |
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| Dominik Pflüger |
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| Björn Vielberth |
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| Daniel Schmid |
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| Philipp Herbst |
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*) Bei der Bezeichnung der Ligen ist zu beachten, dass die einem stetigen Wandel unterlagen, der sich wie folgt darstellt:
Nach dem zweiten Weltkrieg hieß die höchste deutsche Spielklasse bis 1962 Oberliga. Diese wurde aufgeteilt in Nord, Süd, West, Südwest und Berlin. Ab der Spielzeit 1963/64 wurde aus diesen Klassen die Bundesliga gegründet unter der so genannte Regionalligen die damalige 2. Liga darstellten. Darunter gab es in den Landesverbänden als damalige dritte Liga die 1. Amateurliga und die 2. Amateurliga, ab der - vergleichbar mit den heutigen Landesligen - erstmals Schiedsrichtergespanne eingesetzt wurden. Darunter wurden die Ligen damals A-Klasse, B-Klasse und C-Klasse genannt.
Ab 1974 wurden die einzelnen Regionalligen in eine 2. Bundesliga umgewandelt, die zweigleisig in eine Nord- und eine Südgruppe aufgeteilt war. Diese 2. Bundesliga wurde 1981 in eine eingleisige zweite Liga abgeändert. Nach elf Jahren wurde in Norddeutschland, in den übrigen Ländern (wie auch in Baden-Württemberg) wurden nach 15 Jahren dann erneut die Amateur-Oberligen (insgesamt acht) gegründet. Diese setzte sich in Baden-Württemberg ab 1978 aus den 1. Amateurligen der drei Landesverbände von Württemberg, Baden und Südbaden zusammen. In den einzelnen Verbänden wurden dann die Verbandsligen eingeführt. Darunter als Einstiegsklasse in den überbezirklichen Fußballsport und die erste Gespannsklasse gab es eine Landesliga. Die unteren Klassen auf Bezirksebene werden seither als Bezirksliga und als Kreisliga A, B und C bezeichnet. In einzelnen Bezirken gibt es noch Reserve-Ligen für zweite Mannschaften als Spiele ohne Auf- und Abstiegsregelung.
Die bisherige Oberliga der Landesverbände wurde nach 20 Jahren mit der erneuten Einführung einer wiederum 'Regionalliga' genannten dritten Liga als höchste Amateurklasse abgelöst. Die fünf DFB-Regionalverbände hatten sich 1994/1995 auf die Einführung von drei Regionalligen mit den Bereichen Süd, West/Südwest und Nord/Nordost geeinigt, die ab der Saison 2000/2001 zweigleisig auf die Gruppe Nord und Süd reduziert wurde. Auch in der Spielzeit 2008/2009 verschob sich durch die Einführung der eingleisigen 3. Bundesliga nochmals die Klassifizierung der einzelnen Amateur-Ligen und die Regionalliga wurde mit den Staffeln Nord, West und Süd jetzt als vierthöchste Liga wieder dreigeteilt.
Die Ehrenmitglieder der Schiedsrichtergruppe Reutlingen
Wegen Ihrer besonderen Verdienste um den Schiedsrichtersport und die Schiedsrichtergruppe Reutlingen wurden bisher folgende Sportkameraden Ehrenmitglieder der Gruppe. Details finden sich hier.
| Robert Claß | seit 2003 |
| Helmut Gutschera | seit 2004 |
| Wilfried Haselberger | seit 2004 |
| Willy Göhring | seit 2004 |
Verstorbene Amateurschiedsrichter der Schiedsrichtergruppe Reutlingen
Wir behalten unsere verstorbenen Kameraden in Erinnerung. Überbezirkliche Schiedsrichter waren:
| Adam Hild | 1. Amateurliga = 3. Liga |
| Eduard Horwarth | 1. Amateurliga = 3. Liga |
| Peter Just | 1. Amateurliga = 3. Liga |
| Günter Zirpel | 1. Amateurliga = 3. Liga |
| Joachim Schropp | 2. Amateurliga = Landesliga |
| Lothar Spiertz | 2. Amateurliga = Landesliga |